Jakobsweg | Camino Francés

Die erste Etappe meiner Weltreise begehe ich nicht alleine. Meine beste Freundin Vera und ich pilgern auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela.

Landkarte von Frankreich und Spanien

Wir nehmen den Camino Francés, den französischen Jakobsweg. Den, der rund 800,0 Kilometer lang ist. Den, den neben Hape Kerkeling rund 65,0 Prozent aller bisherigen PilgerInnen auch gelaufen sind. Den, für den man je nach Fitness zwischen vier bis sechs Wochen Zeit braucht.

Und wenn diese Zeit am Ende noch reicht und Lust da ist, wollen wir weiter bis an das Kap Finisterre und nach Muxía.

 

Warum wir den Jakobsweg wandern?

Ganz ehrlich? So richtig wissen wir das nicht mehr. Sicher ist, dass wir schon vor Jahren durch eine sprichwörtliche Schnapsidee entschlossen haben, den Jakobsweg irgendwann gemeinsam zu gehen. Natürlich dann auch den langen und natürlich dann auch alles am Stück. Und als sich dann meine Pläne für die Weltreise verfestigten, nutzten wir gleich die Chance, um unsere Schnapsidee in die Tat umzusetzen.

Zeitlich passt uns das beiden ganz gut - Vera hat zwei Monate Zeit bis sie die Masterarbeit anmelden muss und ich kann den ersten Schritt der Weltreise ganz entspannt in bester Gesellschaft gehen. Denn ganz alleine sechs Wochen wandern zu gehen, haben wir uns als Wanderanfängerinnen dann doch beide nicht zugetraut. Dass es für uns körperlich und mental mindestens herausfordernd werden wird, ist uns bewusst. Aber zwei Dickköpfe, die sich etwas in den Kopf gesetzt haben, kann so schnell nichts stoppen.

Das Reisegepäck

Einschlägige Reiseführer und -foren empfehlen ein sehr reduziertes Reisegepäck mitzunehmen. Wenn man sich denn dazu entscheidet, dieses den ganzen Weg über selbst auf dem Rücken zu tragen (es gibt tatsächlich auch Shuttleservices, die das Pilgergepäck von Ort zu Ort fahren!).
Gewichtsmäßig wird von maximal 10 bis 15 Prozent des eigenen Körpergewichts an Gepäck gesprochen. Damit reduziert sich der Umfang des Gepäcks auf das Wesentliche. Vor allem, wenn der obligatorische Wanderrucksack allein schon 1,4 Kilogramm wiegt und die Wanderschuhe auch einiges auf die Waage bringen.

Wir haben uns daher beim Packen auf die Zahl drei begrenzt: drei Shirts, drei Hosen, drei Sets Unterwäsche, drei Paar Socken. Dazu noch einen Schlafanzug, eine Fleece- und Regenjacke, Sandalen, Flipflops zum Duschen in den Gemeinschaftsduschen.
Wir nutzen drei praktische Packwürfel für die Organisation der einzelnen Gegenstände, um eine Grundordnung im Rucksack zu halten:

  • Großer Packwürfel (Kleidung, Handtücher)

  • Mittelgroßer Packwürfel (Wanderführer, Tagebuch und Stift, Taschenlampe, Ladekabel, Beutel, Schutzengel)

  • Kleiner Packwürfel (Medikamente, Wäscheleine und -klammern, Waschcreme, Taschentücher)

  • Weiteres: Schlafsack-Inlet, Brotdose, Besteck, Becher, Geschirrhandtuch, Brillenetuis, Kulturbeutel mit Mundpflege- und Hygieneartikeln, Reise-Yogamatte

  • Dokumentenmappe mit Pass, Bargeld

Mit all dem komme ich auf genau 12,0 Kilogramm Reisegepäck. Mit einem Set an Kleidung und den Schuhen am Körper trage ich dann etwa 10,0 Kilogramm im Wanderrucksack auf dem Rücken.

Kleiner Spoiler: Wir haben schon nach wenigen Tagen angefangen auszusortieren. Dazu dann in folgenden Posts mehr. Nur so viel: Jedes Gramm zählt.

 
Die Kathedrale Santiago de Compostela

Die Route und die Unterkünfte

Wir nehmen die klassische Route des Camino Francés. Somit starten wir in Saint-Jean-Pied-de-Port in Südfrankreich und werden bereits nach dem ersten Tag die Pyrenäen und die Grenze nach Spanien überqueren. Enden wollen wir natürlich nach 800,0 Kilometern Fußmarsch in der Pilgerhochburg Santiago de Compostela.

Was die Unterkünfte angeht, sind wir sehr flexibel. Wir wollen alles ausprobieren, von den wirklich günstigen Pilgerherbergen mit Schlafsälen für 30 Personen bis zu Zweibettzimmern in Bed&Breakfasts. Je nachdem, wonach uns gerade ist.

Die Vorbereitung

Wir haben uns insofern vorbereitet, dass wir einige Blogs und Erfahrungsberichte gelesen, eine Packliste erstellt und alle notwendigen Gegenstände vorher besorgt haben. Vera hat einige Male Probe gepackt und geprüft, wie alles am besten zu verstauen ist. Die Wanderschuhe und -rucksäcke haben wir bereits in unserem Irlandurlaub auf den Prüfstand gestellt und für gut befunden.

Ansonsten war die Idee eigentlich, dass wir vorher richtig viel Kondition aufbauen. Das hat nur so mäßig gut geklappt. Und ganz bewusst wollten wir vorher nicht alles zerdenken, ins kleinste Klein verplanen und uns damit wieder binden und unflexibel machen. Wir möchten möglichst wertfrei und unvoreingenommen schauen, was da auf uns zukommt und wie wir mit dieser Herausforderung umgehen.

 

Wie es weiter ging…

Mittlerweile habe ich den Jakobsweg beendet und unheimlich tolle Erfahrungen sammeln dürfen. Bist Du neugierig darüber mehr zu lesen? Dann schau doch mal hier vorbei:

Franzi

FRANZI ☀️ Weg von Zuhause, raus in die Welt 🗺

https://www.franzimelium.com
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