Yoga | Warum eigentlich Yoga?

Seit Jahren praktiziere ich begeistert Yoga und bin selbst ausgebildete Yogalehrerin. Aber warum eigentlich Yoga? Und wie beeinflusst diese Leidenschaft meine Reise? Meine Geschichte und meinen Weg möchte ich hier gerne mit Dir teilen.

Yoga Asana Kapotasana (Taube)

Kapotasana - Taube; Foto: Kristina Vennen @kristina.vennen.photography_

 

Meine erste Yogastunde

Das erste Mal hörte ich in meiner frühen Jugend von Yoga. Damals dachte ich, dass das eine verrückte, fernöstliche Sportart ist, bei der man irre Verrenkungen übt. Berührungspunkte hatte ich mit dem Yoga lange Zeit nicht, irgendwie war mir das auch etwas zu suspekt, um mich genauer damit zu beschäftigen.


Als ich mich im Jahr 2011 auf meine Abiturprüfung vorbereitete, wurde von der Volkshochschule ein zehnwöchiger Hatha-Yogakurs in der Turnhalle meiner Schule angeboten. Da entschloss ich, dem Yoga eine Chance zu geben in der Hoffnung, dass es mich in der Lernzeit entspannen würde.

Utthita Trikonasana - Dreieck

Hat es auch. Soweit ich mich erinnere, schlief ich in jeder Stunde während der Abschlussentspannung ein und musste von der Yogalehrerin oder den anderen Teilnehmerinnen am Ende der Stunde geweckt werden. Das waren übrigens alles liebe Damen jenseits der 50er, die sich, wie ich auch, ordentlich anstrengen mussten, um mitzuhalten. Denn wir merkten alle schnell, dass Yoga nicht nur irre Verrenkungen bedeutet, sondern körperlich und geistig ganz schön herausfordernd sein kann.

 

Wie es weiter ging…

Von da an probierte ich immer mal wieder verschiedene Yogastile aus, besuchte unterschiedliche Fitness- und Yogastudios und versuchte, mehr über das Yoga zu erfahren. Alles nur mit mäßigem Erfolg. Ich hatte das Gefühl, dass die Lehrenden entweder super trainierte FitnessfanatikerInnen waren oder ein bisschen abgehobene Gurus. Das schüchterte mich ein und so bekam ich lange keinen richtigen Draht zum Yoga, obwohl ich mittlerweile richtig viel Interesse daran hatte.


Garudasana - Adlerarme

Garudasana - Adlerarme; Foto: Kristina Vennen @kristina.vennen.photography_

Und irgendwann entwickelte sich dann der total verrückte Traum in mir, selbst mal als Yogalehrerin zu unterrichten…

2015 entdeckte ich Yoga auf YouTube und das veränderte alles für mich. Seit dem übte ich unregelmäßig, aber immer wieder Yoga. So lernte ich verschiedene Stile kennen, übte mit Lehrenden aus aller Welt und verbesserte mich in der körperlichen Ausführung, den Asanas.

Dass Yoga noch so viel mehr ist als die physische Ausführung war mir damals noch nicht bewusst und bis der Groschen fiel, würde auch noch einige Zeit vergehen.


Aquarell Namasté All Day

Namasté all Day; Aquarell: Sophia L.

Am 04. Januar 2020, eigentlich drei Tage zu spät für einen Neujahrsvorsatz, entschied ich mich dafür ab sofort jeden Tag Yoga zu üben. Und dabei war es mir gar nicht wichtig, ob es fünf Minuten oder eine Stunde Yoga war. Die Hauptsache sollte sein, dass ich mir einmal am Tag die Zeit für mich und für das Yoga nahm. Damals immer noch mit YouTube, denn zu Hause fühlte ich mich immer noch am wohlsten (und Covid ließ bald ja auch nichts anderes mehr zu). So fand ich meine Leidenschaft im Hatha Vinyasa Yoga, einem fließenden Yogastil, bei dem die Bewegung dem Atem folgt und Körper und Geist miteinander in Einklang gebracht werden.

 

Meine erste Yogaausbildung

Nach etwa einem Jahr des täglichen Übens spürte ich, dass ich langsam an die Grenzen des Online Yogas kam. Mir fehlte es hier langsam an Abwechslung und individueller Unterstützung, um meine Asana-Praxis weiter voran zu treiben. Außerdem lechzte ich nach Wissen über Herkunft und Philosophie des Yoga und fand immer mehr Interesse an Meditation und Atemtechniken.


Adho Mukha Svanasana - Herabschauender Hund

So entschloss ich mich im Juni 2021 eine elfmonatige Wochenendausbildung in einem Yogastudio in Köln anzufangen. Am ersten Tag der Ausbildung zur Yogalehrerin wusste ich: Hier bin ich richtig. Das ist mein Weg.

Über ich genoss die Ausbildungswochenenden in Köln und online so sehr. Es fühlte sich an wie Urlaub für mich und meinen Geist. Und endlich verstand ich, dass Yoga nicht nur bedeutet, eine Asana perfekt auszuführen. Dass man die Asana dem Körper anpasst. Dass zum Yoga auch untrennbar Meditation und Atemübung gehören. Dass man Yoga auch im Umgang mit sich selbst, mit anderen und mit jeder Tat im Alltag leben kann.

 

Mein erster Yogaunterricht

Während der Ausbildung wurden wir früh aufgefordert, uns gegenseitig zu unterrichten, um mit der Rolle als Yogalehrende vertraut zu werden. Allerdings merkte ich, dass mir das nicht ausreichte. Ich wollte möglichst schnell richtig loslegen und auch andere Menschen unterrichten. Jedoch hatte ich Zweifel. Kann ich schon alleine unterrichten? Bin ich gut genug? Wird überhaupt jemand an meinem Yogaangebot Interesse haben und teilnehmen wollen? Ganz klar: JA!

Yoga - You do you mit Vera

Im Dezember 2021 habe ich ganz spontan entschlossen, meine erste Yogastunde online anzubieten. Es gab genau eine Teilnehmerin, eine sehr gute Freundin von mir. Aber das war der Start! Durch ein bisschen Werbung über meinen Instagram Account und WhatsApp konnte ich Familie, FreundInnen und Bekannte auf mein Angebot für Online-Yoga aufmerksam machen. Und so fing ich Mitte Januar 2022 tatsächlich an, einmal pro Woche Yoga online zu unterrichten. Das machte mir so viel Spaß und es bildete sich eine nette kleine Yogagruppe aus FreundInnen, Bekannten und ArbeitskollegInnen von FreundInnen.

Im Juni 2022 bekam ich dann die Anfrage, eine Yogagruppe in einem Sportverein in der Nähe von Osnabrück zu übernehmen. So unterrichtete ich dann schon zwei Stunden in der Woche Yoga. Das bereicherte und stärkte mich sehr in meinem Selbstbewusstsein als Yogalehrerin.

Irgendwann begann ich auch Yogaelemente in meinem Hauptjob zu integrieren. Als Lehrerin für Pflegeberufe hatte ich viele Ansatzpunkte, um mit den Auszubildenden Entspannungsübungen und Atemtechniken zu praktizieren. Mir machte auch diese Kombination sehr Spaß und ich hatte das Gefühl, dass das auch bei den Auszubildenden gut ankam.

 

Yoga auf Weltreise

Mit dem Start meiner Reise im September 2022 beendete ich schweren Herzens meine Yoga-Angebote in Deutschland. Ich wusste, dass ich auf dem Jakobsweg und direkt danach keinen Kopf fürs Unterrichten haben würde. Und da dann mit dem Aufbruch nach Asien die Zeitverschiebung und die Unsicherheit über eine stabile Internetverbindung und einen ruhigen Ort für Online-Yoga hinzukamen, ließ ich alles ruhen.

Sunrise Yoga

Yoga zum Sonnenaufgang

Eigentlich war auch der Plan ab Anfang Januar 2023 in einem Kitesurf Resort an der Westküste Sri Lankas zu unterrichten. Erst vor Ort teilte man mir mit, dass das Resort aktuell keine Gäste hätte. Ohne Gäste kein Yoga und so endete mein erster Job als reisende Yogalehrerin schon bevor er begonnen hatte.

Der Wunsch wieder Yoga zu unterrichten war und ist mir während meiner Reise ständig präsent. Aber erneut hatte ich Zweifel: Kann ich noch unterrichten? Würde das hier, wo auch immer ich gerade auf der Welt bin, denn angenommen werden? Und spreche ich gut genug englisch, um darin verständlich zu unterrichten? Und wieder ganz klar: JA!

So unterrichtete ich in einem Hostel im Süden Sri Lankas mehrere Gruppen- und Privatstunden und hätte sogar noch mehr machen können. Damals war ich aber doch noch zu scheu und musste meine eigenen Prioritäten ordnen.

Kopfüber beim Aerial Yoga

Ich habe mich viel auf meine eigene Yogapraxis konzentriert und sie vollkommen verändert. Es gab schon Tage auf dem Jakobsweg, an denen ich bewusst gar keine Asanas praktiziert habe. Ich konnte einfach nicht noch mehr Bewegung haben. Dafür wurden Meditation, Selbstreflexion und Achtsamkeit immer wichtiger für mich.

In Sri Lanka und Indonesien besuchte ich viele Yogastunden als Schülerin. Ich genoss es sehr, hier von anderen Lehrenden aus aller Welt zu lernen und mich selbst wieder neu zu erfahren.

Dabei wuchs das Bedürnis mehr über das Yoga zu erfahren. Ich wollte noch mehr über die Philosophie und Spiritualität im Yoga lernen. Und zwar am Usprungsort des Yoga, in Indien. Der Artikel dazu ist schon in der Mache.


Mittlerweile bin ich wieder bereit und arbeite an Möglichkeiten, um Yoga auch während meiner Reise zu unterrichten. Denn ich möchte Menschen mit meinem Yoga wieder bewegen und berühren, ob online oder offline.

 

Hast Du schon einmal Yoga gemacht?

Und hättest Du Lust auf eine Runde Online-Yoga mit mir? Dann schreib mir gern eine E-Mail oder eine Nachricht über meinen Instagram Account.

Franzi

FRANZI ☀️ Weg von Zuhause, raus in die Welt 🗺

https://www.franzimelium.com
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